8.

Dezember

Die Mistel


Während der Adventszeit schmücken Mistelzweige vielerorts die Verkaufsstände auf den Weihnachtsmärkten.

Die Mistel symbolisiert die Lebenskraft, ebenso wie Tanne, Fichte und Stechpalme. Die zur Weihnachtszeit ins Haus geholten Zweige dieser immergrünen Pflanzen sollen dem Volk Segen bringen, die Fruchtbarkeit mehren und böse Kräfte und Krankheiten fernhalten.

Die zweihäusige Mistel wächst bevorzugt auf weichholzigen Baumarten, wie Pappel, Birke, Linde, Kiefer und Apfel. Äußerst selten findet sie sich auf Eichen. Die Eichen-Misteln waren den Priestern der Kelten, den Druiden, besonders heilig. Der Legende nach schnitten sie die Misteln mit einer goldenen Sichel von den Bäumen.

Die Mistel (Viscum album) zählt zur Familie der Riemenblumengewächse. Als sogenannter Halbschmarotzer bezieht sie ihre Nährstoffe und Wasser über den Wirtsbaum, betreibt aber selbständig Photosynthese.

Die für den Menschen giftigen Beeren werden nach neunmonatiger Reifezeit durch bestimmte Vogelarten verbreitet, insbesondere Misteldrossel und Seidenschwanz. Diese scheiden den unverdaulichen Samen aus, der von einer klebrigen Fruchtmasse umgeben ist und nur durch aktives Abstreifen durch den Vogel während des Ausscheidens an der Rinde des künftigen Wirtsbaumes haften bleibt. Aus dem althochdeutschen “mistil”, was soviel wie Mist oder Kot bedeutet, leitet sich wahrscheinlich ursprünglich der Name Mistel ab. Ob der Samen sich zur Pflanze entwickeln kann, bestimmen im weiteren Verlauf entscheidend die Lichtverhältnisse. Bei guten Bedingungen beginnt ein langsames, kugelförmiges Wachstum, das nach 70 Jahren mit einem Meter Durchmesser sein Maximum erreicht.

Der Stammvater der Anthroposophie, Rudolf Steiner, begründete vor einhundert Jahren die Misteltherapie. Die in Fachkreisen kontrovers diskutierte Therapie, wird unter bestimmten Voraussetzungen bei Krebserkrankungen eingesetzt.

 

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